18. Apr 2008

Kat. Einzelstücke | 2 Kommentare

audiotime: Neues Downloadportal für Hörbücher

audiotime.gifDer Buchversand Libri bietet zwar schon länger neben Hörbuch-CDs auch die Downloadmöglichkeit an; nun scheint das Unternehmen der Ansicht zu sein, dass die Zeit reif für ein eigenes Downloadportal gekommen ist und eröffnet “audiotime”. Die Dateien liegen im MP3-Format (bzw. WMA mit DRM) vor, das Überspielen auf einen MP3-Player oder das Brennen einer CD ist somit recht problemlos möglich. Da bei MP3 kein üblicher Kopierschutz greift, erklärt das Unternehmen, ein “unhörbares Wasserzeichen” zu verwenden. – Zum Portal selbst: Das Sortiment ist recht konventionell bestückt, hebt sich also inhaltlich nicht sonderlich von den bekannten Angeboten wie z. B. Claudio.de ab. Auch preislich gibt es keine besonderen Überraschungen: Die “Tore der Welt” (Joachim-Kerzel-Version) von Ken Follett kosten momentan z. B. bei Amazon in einem 12-CD-Pack 19,95 Euro, bei audiotime als Download 17,81 Euro. Allenfalls die Schnäppchenbox (“Downloads für unter 5 Euro”) kann da gelegentlich noch interessant sein.
Navigation, Layout, Aufbau hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite ein paar Zusatzgeschichten wie “Stöbern” oder “Lieblingslisten”, auf der anderen Seite fragt man sich schon bei der Tag-Wolke, was die denn hier soll. Der Sinn von Tag-Wolken ist ein völlig anderer und da einfach nur ein Skript dranzuhängen, weils so hübsch “Zwei-Nullig” aussieht, geht an der Zielgruppe vorbei. Wichtiger wäre da z. B. gewesen, dass man den “Neuheiten-Feed” direkt von der Startseite aus abonnieren kann.
Und natürlich ist es ausgesprochen kurzsichtig für ein Unternehmen dieser Größenordnung, sich im Layout noch an 19-Zoll-Monitoren zu orientieren, die auch in den Privathaushalten langsam verschwinden, während bereits jetzt, also zum Zeitpunkt der Eröffnung von audiotime, die 24-Zoll-Widescreens in die mittlere Preisklasse rutschen. Auch dass die Hörproben nicht in einem Popup laufen und man während des Zuhörens somit nicht “weiterblättern” kann, ist ein klarer Usability-Fehler bei einem Hörbuchangebot.
Da kann man schon ein Stück Hilflosigkeit herauslesen, wenn Libri Geschäftsführer Per Dalheimer sagt: “Audiotime.de ist unsere Forschungsstation im Netz, mit deren Hilfe wir Erfahrungen rund um das Thema Nutzerpartizipation und Community sammeln wollen.” Auf die Idee mit der “Forschungsstation” wäre ich nun wirklich nicht gekommen. (Ich hätte eher darauf getippt, dass ein Web-Design-Unternehmen halt mal alles an Farben und Gimmicks eingebaut hat, was man so beim Surfen halt entdeckt … aber das ist mein ganz persönlicher Eindruck.)

Trotz all dieser Kritik: Ein klein wenig übersichtlicher als das Angebot der Konkurrenz ist es wohl geworden und einen Tick mehr Spaß macht es, bei audiotime zu stöbern. Und eventuell hat Libri ja wirklich den guten Willen, den Community-Gedanken zu integrieren. Da wäre dem Unternehmen aber nun doch mal zu empfehlen, sich nach zusätzlichen fachkundigen Beratern umzuschauen …

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  1. Hmm – aber man kann soweit ich das gesehen habe durchaus alle Listen (auch Neuheiten) als Feed abonnieren. Bei z.B. http://www.audiotime.de/oxid.php/cl/alist/cnid/esneuheiten gibt’s oben rechts so’n “Feed abonnieren” RSS-Logo.

  2. Ja, das ist richtig – danke für den Link! Ist von der Startseite aus etwas “versteckt” – werde den Artikel aber entsprechend korrigieren.

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